Beruf oder Berufung?

Das ist für mich längst nicht mehr die Frage!
Interview mit Martin Georgi

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Seit ich mich erinnern kann, spielt Musik eine sehr große Rolle in meinem Leben. Hip Hop, Jazz, Funk und Soul waren ständige Begleiter in meiner Jugend. So war es nicht verwunderlich, dass ich auch bald selbst anfing zu musizieren. Die große Frage die sich mir dann jedoch stellte – wie vereine ich meine große Leidenschaft, die Musik, mit meiner beruflichen Laufbahn?

Viele träumen von einer großen Karriere als Musiker, doch sich als Musiker in der kreativen Branche ein festes finanzielles Standbein zu erarbeiten, ist einfacher gesagt als getan. Aber es gab noch einen anderen Weg… Während eines Schülerpraktikums im Bereich der Seniorenhilfe wurde mir klar, dass Klänge und Rhythmus nicht nur auf mich eine magische Anziehung hatten.

Fasziniert von der Tatsache, dass Seniorinnen und Senioren vor allem ihre Erinnerungen mit Musik verbinden können, eröffnete sich mir eine neue Ebene, Musik zu erleben. Plötzlich erinnerte ich mich an die ersten Chart-Hits aus den Zimmern meiner älteren Geschwister oder an das erste Musikvideo das ich im Fernsehen gesehen hatte („Kiss“ von Prince). Und so nahm mein Plan Gestalt an.

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Jahre später – in der Berufswelt angekommen, war es nicht immer einfach, diesen Plan umzusetzen. Zu oft herrschten strikte, eingefahrene Betriebsabläufe die für Kreativität nicht mehr sonderlich viel Platz ließen. Deshalb war es für mich sehr wichtig einen Job zu finden, an dem ich eigene Interessen und Fähigkeiten miteinbringen kann und auch weitere spannende Projekte entwickeln darf. Und genau diesen Job habe ich 2010 gefunden.
Durch meine Grundausbildung in der Pflege mit Senioren und einer langjährigen Berufserfahrung in unterschiedlichen Bereichen der Sozialen Arbeit, arbeite ich nun für ALPENLAND als stellv. Leitung der Psychosozialen Betreuung in Ravensburg Weststadt.
Durch die besondere Mitarbeiterphilosophie, die sich an den Fähigkeiten und Interessen der Angestellten orientiert, ist es mir in meiner alltäglichen Arbeit möglich, meine Leidenschaft für die Musik auszuleben. Zurzeit arbeite ich zum Beispiel an einem Schallarchiv. Mit Hilfe von alten Schallplatten und Plattenspielern werden dabei die Bewohnerinnen und Bewohnern mit den verschiedensten Klängen verwöhnt. Sei es nun Klassik, Jazz oder meditative Klänge. Ein ganz besonderes Projekt-Highlight ist eine monatliche Radioshow die als interaktives, multimediales Theaterstück vorgeführt wird. Bewohner und Gäste werden durch die deutsche Popgeschichte moderiert. Musik die erinnert auch wenn der Klang längst verhallt ist.