Wenn Hava Dilmaeva von ihrer Arbeit spricht, leuchten ihre Augen. „Mein Traumberuf“, sagt sie leise, fast ehrfürchtig. Dabei war der Weg dorthin alles andere als einfach – und führte sie über Tausende Kilometer hinweg, von Tschetschenien nach Deutschland.
2013 kommt sie mit ihrer Familie hier an. Im Gepäck: die Hoffnung auf eine bessere Zukunft für ihre Kinder.
Sprachbarriere überwinden: Deutsch lernen für den Pflegeberuf
Doch was ihr in den ersten Wochen begegnet, ist nicht nur ein neues Land, sondern auch eine neue Sprache. „Die Sprachbarriere war das Schwerste“, erinnert sie sich. Abends sitzt sie vor ihrem Laptop, übt stundenlang, bevor sie überhaupt einen offiziellen Kurs besucht. Schon nach dem ersten Sprachzertifikat springt sie mutig in die nächste Stufe. Ihre Akademieleitung ist beeindruckt – und sie selbst weiß: Jetzt gibt es kein Zurück mehr.
Vom Bürojob zur Pflegefachkraft: Havas Wechsel in die Pflege
Eigentlich hatte sie in Russland einen festen Beruf – Buchhalterin, Sachbearbeiterin. Doch in ihrem Herzen schlummerte ein anderer Traum: Krankenschwester.
In ihrer Familie ist die Pflege von Alten und Kranken tief verwurzelt. „Je mehr gute Taten du vollbringst, umso mehr Gutes kommt zurück“ – dieser Satz ihrer Großmutter begleitet sie bis heute.
Pflegeausbildung 2019–2022 und Weiterbildung zur Palliativbegleiterin
2019 beginnt sie ihre Ausbildung zur Pflegefachkraft. Drei Jahre später hält sie das Zeugnis in den Händen.
Heute arbeitet sie im Haus der Betreuung und Pflege Bad Rappenau und bereitet sich auf die Weiterbildung zur Palliativbegleiterin vor – und lebt, was sie sich immer gewünscht hat: Nähe, Menschlichkeit, medizinische Kompetenz. „Der direkte Kontakt, die Gespräche, das Lächeln der Bewohnerinnen – das ist mein größtes Glück.“
Arbeitsalltag im Pflegeheim Bad Rappenau: Licht und Schatten
Doch der Job hat auch seine Schattenseiten. Zeitdruck, hohe Verantwortung, die Schwierigkeit, Aufgaben abzugeben.
Trotzdem blickt sie mit Dankbarkeit auf ihren Arbeitsplatz. „Wir haben moderne Räumlichkeiten, Angebote für Mitarbeitende, sogar einen Eistag“, erzählt sie mit einem Schmunzeln.
Pflege mit Herz und Gefühl: Havas Wunsch für die Zukunft
Und was wünscht sich Hava Dilmaeva für die Zukunft? „Gesundheit! Damit ich diesen Beruf noch lange machen kann. Mit Herz. Mit Gefühl.“
Häufige Fragen zum Quereinstieg in die Pflege
Für Hava war die Sprachbarriere die größte Hürde. Sie hat sich Schritt für Schritt mit Sprachzertifikaten hochgearbeitet, bevor sie die Ausbildung starten konnte.
Hava hat 2019 ihre Ausbildung zur Pflegefachkraft begonnen und drei Jahre später ihr Zeugnis erhalten – ein klassischer Verlauf der dreijährigen Pflegefachkraft-Ausbildung.
Eine Palliativbegleiterin ist eine Pflegefachkraft mit zusätzlicher Weiterbildung in der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen. Hava bereitet sich aktuell auf diese Weiterbildung vor.
Ja. Mitarbeitende aus über 35 Nationen prägen die Alpenland-Teams. Für Fachkräfte aus dem Ausland gibt es einen eigenen Einstiegsweg inkl. Unterstützung bei Behördengängen.