„Menschen mit Demenz brauchen Halt – und den geben wir durch Struktur“, erklärt Isabelle Epple. Gruppen finden immer zur gleichen Zeit statt, kognitiv fitte und stärker beeinträchtigte Bewohner*innen sitzen bewusst zusammen. Wer mehr Unterstützung braucht, erhält Einzelbetreuung nach seiner Biografie. „Erinnerungsarbeit ist ein Kern unserer Arbeit.“

Eine Erfahrung berührt sie bis heute: Eine Bewohnerin mit fortgeschrittener Demenz war oft aggressiv. Dann erfuhr Isabelle Epple von ihrer Tierliebe – seitdem begleitet die Hündin Abby sie regelmäßig. „Plötzlich war diese Frau wie verwandelt.“

„Es geht nie gegen einen persönlich. Meist steckt Angst dahinter“, sagt sie. Ein Spaziergang kann Unruhe lösen, bei Wut hilft Ruhe und der Blick auf das Bedürfnis. Ihr Leitsatz: Geduld, Humor und Empathie. „Wenn ich ruhig bleibe und mitfühle, verändert sich die ganze Situation.“

Bekannte Gegenstände und Fotos geben zusätzlich Sicherheit. „Haben Sie keine Angst, etwas falsch zu machen. Solange Sie ehrlich und empathisch sind, ist kein Fehler schlimm“, rät sie. Geduld hilft am meisten: „Der Mensch mit Demenz fühlt, wenn er verstanden wird.“