Die berufliche Erfüllung in der Pflege ist für Markus Ruthardt kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung. Heute arbeitet er als Wohnbereichsleitung und Praxisanleiter im Haus der Betreuung und Pflege Am Deutenberg in Schwenningen. Sein Weg in die Altenpflege begann dabei mit einem sehr persönlichen Erlebnis.
Im Gespräch erzählt er, warum er sich für den Pflegeberuf entschieden hat, was ihn bis heute antreibt und warum Ausbildung und Wertschätzung für ihn zentrale Themen sind.
Vom persönlichen Schicksal zur Ausbildung in der Altenpflege
„Mein Weg in die Altenpflege begann mit einem persönlichen Erlebnis“, erzählt Markus Ruthardt. Nach einer Augenoperation erlitt seine Mutter einen Schlaganfall und wurde pflegebedürftig. Damals arbeitete er bereits in der Heilerziehungspflege und unterstützte seinen Vater bei der häuslichen Pflege. In dieser Zeit spürte er, wie erfüllend die Arbeit mit älteren Menschen sein kann und entschied sich bewusst für die Altenpflege.
Nach der Fachoberschule Sozial absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger und arbeitete mit jungen Erwachsenen mit geistiger und psychischer Beeinträchtigung. 2006 wechselte er in die Altenpflege, begann 2009 die Ausbildung zum examinierten Altenpfleger und schloss diese 2012 erfolgreich ab.

Auch die medizinische Seite bleibe abwechslungsreich. Keine Erkrankung gleiche der anderen, jede Situation brauche eigene Lösungen. Der Austausch mit Ärztinnen, Physiotherapeutinnen und anderen Berufsgruppen mache die Arbeit vielseitig und lehrreich.
Als Praxisanleiter in der Pflege: Verantwortung für die nächste Generation
Seit 2023 ist Markus Ruthardt offiziell Praxisanleiter. Mitarbeitende und Auszubildende begleitet er jedoch schon lange. „Mir ist wichtig, dass Auszubildende nicht nur fachlich sicher sind, sondern auch Empathie entwickeln. Pflege heißt, den Menschen ganz wahrzunehmen – mit Herz, Verstand und Respekt.“
Als Praxisanleiter erlebt er täglich, wie unterschiedlich Menschen lernen. „Die größte Herausforderung in der Anleitung ist die Vielfalt der Lernenden. Jede und jeder bringt eigene Erfahrungen, Stärken und Bedürfnisse mit. Als Anleiter muss ich flexibel bleiben, gut zuhören und die passende Strategie finden.“ Individuelle Förderung, Geduld und Begleitung auf Augenhöhe sind für ihn entscheidend.

Arbeiten in der Altenpflege: Mit Herz und Teamgeist bei Alpenland
Am meisten schätzt Markus sein Team. „Auf ihre Fachlichkeit und Menschlichkeit kann ich mich verlassen. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass unsere Bewohnerinnen und Bewohner mit Herz umsorgt werden.“ Für ihn ist klar: Pflege ist ein Beruf mit hoher Verantwortung – aber auch mit vielen schönen Momenten.
„Jede Biografie ist einzigartig.“ Diese Haltung prägt seinen Arbeitsalltag ebenso wie sein Wunsch nach mehr gesellschaftlicher Anerkennung für den Pflegeberuf. „Ich wünsche mir, dass Pflege stärker anerkannt und besser gefördert wird – ideell und finanziell. Die Ausbildung zur Pflegefachkraft sollte für junge Menschen attraktiver werden.“ Wer merkt, dass Engagement und Verantwortung gesehen werden, entscheide sich eher für diesen Beruf.
Pflege braucht Wertschätzung – und Menschen mit Haltung
Pflege ist für Markus Ruthardt mehr als ein Beruf. Sie ist Verantwortung, Begegnung und Entwicklung zugleich. „Junge Menschen sollten wissen: Mit Herz, Empathie und Offenheit kann man viel bewirken. Und bekommt viel zurück.“
Sein Weg zeigt: Eine Karriere in der Altenpflege kann vielfältig sein. Vom persönlichen Impuls über die Ausbildung bis zur Wohnbereichsleitung. Und das getragen von Haltung, Teamgeist und dem Wunsch, Menschen gerecht zu werden.
Häufige Fragen zur Karriere als Wohnbereichsleitung in der Altenpflege
Auf jeden Fall! Markus sammelte als stellvertretende Stationsleitung im ambulanten Dienst wichtige Erfahrungen. Die ambulante Pflege schult Flexibilität und Organisationstalent – beides essenzielle Skills für Führungskräfte.
Die psychosoziale Komponente ist besonders intensiv. Markus sagt: „Viele unserer Bewohner:innen sind im oder kurz nach dem Krieg aufgewachsen und haben unser Land geprägt.“ Sie bringen Lebensgeschichten mit, die bewegen. Anders als in der Akutpflege geht es nicht um schnelle Heilung, sondern um würdevolles Altern und Lebensqualität. Jede Biografie ist einzigartig. Das macht die Arbeit abwechslungsreich und menschlich bereichernd.
Die Arbeit als Pflegekraft bringt täglichen Kontakt mit Ärzt:innen, Physiotherapeut:innen, Ergotherapeut:innen, Betreuungskräften und der Hauswirtschaft mit sich. Markus schätzt genau diesen Austausch: „Keine Erkrankung gleicht der anderen – der interdisziplinäre Austausch macht die Arbeit vielseitig und lehrreich.“ Als zentrale Schnittstelle, die alle Informationen zusammenführt erfordert das Kommunikationsstärke, macht den Job aber auch abwechslungsreich.