Pflege ist für Vanessa Müller mehr als ein Beruf – sie ist Freundschaft und Vertrauen. Die Pflegekraft bei Alpenland Mobil spricht offen über ihren Weg in die Pflege, ihre Liebe zur mobilen Versorgung und ihr Leben als Pflege-Influencerin auf Social Media.
Wie kommt man als Quereinsteigerin in die Pflege?
Vanessas Einstieg war alles andere als geplant. „Durch eine Freundin – sie hat mich zu einem Freiwilligen Sozialen Jahr überredet. Danach kam direkt die Ausbildung.“ Ganz ehrlich gibt sie zu: „Dass es keine Mathematik gab, war für mich damals ein großes Plus.“ Vorerfahrung in der Pflege? Null. Aber sie hat einfach den Schritt gewagt – und ihn nie bereut.
Der erste Tag in der Altenpflege: Was wirklich wartet
An ihren ersten Tag erinnert sich Vanessa noch genau: „Unvergesslich. Mit 15 war ich noch fast ein Kind – und dann dieser Schock: plötzlich so viele nackte Menschen. Die erste Intimpflege bei einem Mann war eine Riesenüberwindung.“ Doch wie so oft im Leben gilt auch hier: „Man wächst rein.“
Vanessas Wechsel vom stationären zum ambulanten Pflegedienst
Lange Zeit konnte sich Vanessa nicht vorstellen, allein zu arbeiten. „Früher hatte ich immer den Gedanken, dass ich nie allein arbeiten könnte – ich dachte, ich brauche das Team einer Station um mich herum.“ Nach der Elternzeit war der Moment für eine Veränderung gekommen: „Ich wollte Neues wagen, mich entwickeln.“
Heute liebt sie genau das, wovor sie früher Respekt hatte – die 1:1-Betreuung der Menschen, kombiniert mit einem Team, „das fast wie Familie“ ist.
Was macht die mobile Pflege bei Alpenland besonders?
Für Vanessa liegt die Stärke der ambulanten Pflege auf der Hand: „Die Menschen können in ihrer gewohnten Umgebung bleiben – oft sogar Ehepaare zusammen.“ Klar, bei Notfällen ist man als mobile Pflegekraft allein – doch „meine zehn Jahre Stationserfahrung geben Sicherheit“.
Auch die Vorteile im Alltag schätzt sie: „Allein im Auto habe ich Zeit zum Durchatmen. Und ich darf in die Privaträume der Menschen – das ist besonders. Manchmal begegnen mir sogar ganze Familien wieder. Das prägt.“
Ein typischer Tag in der ambulanten Pflege bei Alpenland Mobil
Wie sieht der Alltag einer mobilen Pflegekraft aus? Vanessa beschreibt es so: „Hund, Kind, Kaffee – dann Tour. Zwischendurch ein Salamibrot im Büro, viel Lachen mit dem Team. Abends Dokumentation, Kind abholen – Feierabend.“
Besonders wichtig ist ihr die Atmosphäre im Team: „Bei uns herrscht echte Augenhöhe, auch mit den Chefinnen.“
Was sie heute antreibt? Die Menschen, mit denen sie arbeitet. „Die älteren Menschen tun mir einfach gut. Viele sind wie Freunde.“ Vor allem die Kriegsgeneration beeindruckt sie – „voller Weisheit, Dankbarkeit und Geschichten. Von ihnen lerne ich täglich.“
Sterbebegleitung & schwierige Momente: Pflege mit Würde
Zur Pflege gehören auch Abschiede. Vanessa hat viele Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet – „jeder Abschied besonders“. Sie weiß, dass Trauer dazugehört. Doch sie weiß auch: „Ich habe alles gegeben, mit Würde, Respekt und Herz.“
Es sind aber auch die unvergesslichen Momente, die diesen Beruf so wertvoll machen. „Oft spürt man: Nur der Körper altert, innen bleibt der Mensch jung.“ Kleine Geschenke wie selbstgestrickte Socken oder Häkeltiere bewahrt sie sorgsam auf – „sie bedeuten mir viel.“

Pflege-Influencerin auf Social Media: Klischees aufbrechen
Vanessa zeigt ihren Beruf inzwischen auch auf Social Media. Den Anstoß dazu gab eine Kollegin: „Dank Frau Mäschle! Sie hat das Potenzial in mir gesehen.“ Lange wollte Vanessa zeigen, was Pflege wirklich bedeutet – jetzt kann sie es. „Natürlich immer mit Rücksicht.“
Die Reaktionen geben ihr recht: „Unglaublich positiv! Angehörige aus aller Welt freuen sich über die Einblicke.“ Auch ihre Familie ist stolz: „Endlich sieht dich die ganze Welt!“
Ihr Ziel mit den Posts? „Klischees aufbrechen! Pflege ist vielseitig, voller Humor und Tiefe. Man ist alles zugleich: Enkelin, Psychologin, Friseurin, Freundin, Köchin.“
Häufige Fragen zur Arbeit in der mobilen Pflege
In der stationären Pflege arbeitet man im festen Team einer Einrichtung, in der ambulanten Pflege betreut man die Menschen 1:1 in deren gewohnter Umgebung. Vanessa Müller hat beides erlebt – und schätzt heute die Mischung aus selbstständigem Arbeiten und einem Team, „das fast wie Familie“ ist.
Ja. Vanessa selbst ist über ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ohne jede Vorerfahrung in den Beruf gestartet und hat anschließend die Pflegeausbildung gemacht.
Vanessa hat den Schritt nach ihrer Elternzeit gewagt – mit zehn Jahren Stationserfahrung im Rücken. Diese Erfahrung gibt Sicherheit, gerade in Notfallsituationen, in denen mobile Pflegekräfte allein arbeiten.
Vanessa nennt mehrere: 1:1-Betreuung der Menschen, Zeit zum Durchatmen zwischen den Touren, Einblick in private Lebenswelten und ein Team, das auf Augenhöhe arbeitet – „auch mit den Chefinnen“.